Gedankengang

Spazierer bei Nacht

Spazierer bei Nacht

Advertisements

Erster Sonnentag

Der erste Sonnenstrahl der meine Haut umtanzt

Lockt mich lichtscheu-depressiven doch noch ausser Haus

Ruft mich, schreit nach mir, ich solle raus

Ausbrechen aus diesem Sumpf, in dem ich alsbald schon ertrank

Spüren diese Kraft, die selbst in mir noch neues Leben pflanzt

Fühlen, wie das Leben wachküsst mich so sanft

Und wenn ich doch und noch so oft in Selbstmitleid versank

Auch wenn ich schon den Strahl, den Lichtblick fast verpasste

Verschlossen’nen Auges jene Wärme grundlos hasste

Die mir nun das Liebste auf der Welt zu meinen glaubt

Und in meinem Glauben auch zur größten Liebe taugt

Mir genügen kann heut‘ Abend noch und morgen

Will mir nur ein Stück weit diese Wärme borgen

Als dass mein Herz aus eig’nem Mute wieder schlägt

Als dass mich borgend Licht auch durch finsterst Nacht noch trägt

Mich am Morgen wahnsinnig von Liebe dann erwachen lässt

An genau diesen Sonnenstrahlen halt ich mich allzu gerne fest

Wenn ich nur weiter spüre, schmecke, rieche diese Lebenskraft

Verliert das Leben so viel mehr von seiner beugend‘ Last

Mit dem ersten Sonnentag, der mein müdes Herz umtanzt

Utopie

Unumstößlich malträtiert sie Weltenwandler

Tausend Nebelschleier trägt sie noch vor dem Gesicht

Ohne auch nur eine Spur konkreter Träume

Probehalber als Vergleich zerlebter Schäume

Ignoriert den wortlos Träumenden, zeigt sie sich ihm noch nicht

Erst wenn der Traum schon ausgelebt vom Wunschumwandler