Wie viel Welten zwischen uns

Hundert Tage Einsamkeit

Heut‘ Morgen so wie gestern Nacht

Wecken so viel Sehnsucht noch in mir

Vergangenheit ist umgebracht

Tausend‘ Meilen zwischen uns,

Die reichen doch heute gerade noch so aus

Um Ungesagtes stehen zu lassen

Und um Sagenwertes auszusprechen auch

Tausend Meilen und ein Tag,

Können so viel Nähe noch erzeugen

Das Ungesagte schweigen lassend

Nur du könntest dies bezeugen.

Dutzend Welten zwischen uns,

Reichten gestern gerade noch so aus,

Um Herz und Seel’n weinen zu lassen,

Sag‘ mir, wann kommst du nach Haus?

Tausend Meilen zwischen uns

Werden Dutzend Welten und ein Tag

Und morgen gar hat meine Welt dich wieder,

Keine Ahnung, was ich dir dann sag‘

Tat Sache!

So sehr am leben, wie man es gerade so noch aushält, immer balancierend auf der Grenze zwischen dem verdammten Ganzen und dem ganzheitlichen Nichts, Schaum schlagend in bunten Farbwellen und doch Blasen voller Möglichkeiten platzen lassend.

Angst vor dem Stillstand.

Auf der Flucht vor der Langeweile.

Also weiter, dem Gleichschritt immer einen Fehltritt voraus, immer nur dem eigenen Wege folgend, selbst wenn er auch in die vermeintlich gleiche Richtung führen mag wie jeder andere verdammte Weg nun eben auch.

Aber stets ist man doch ein wenig ein anderer und bestimmt mit Sicherheit tatsächlich so, wie man dann doch auch sein wollte.

Sowas merkt dann zum Glück erst immer hinterher, wenn man schon, mit dem Rücken an der Wand, auch noch mit dem Kopf durch die Mauer bricht.

Und auf einmal steht man so da, ohne Sichtschutz und ohne Schatzkarte, eingeengt im eigenen viel zu weitläufigen Leben, umringt von hohen Schallschutzwänden, die wie Schicksal noch dem Leben trotzen, vollkommen entblößt, niedergerungen, verkrochen in einer dieser unzähligen Ecken, auf die man unaufhörlich zielstrebig zulief und nur eine einzige einzelne Frage kann schon ausreichen…

…um all das noch anzuzweifeln, obgleich man gerade alles so schön zurecht gelebt hat.

Alles war doch immer so perfekt zusammengelogen gewesen.

Wie können denn da so ein paar kleine Worte schon ausreichen, Worte von einer Person, der man  ja gar nicht solch einen hohen Stellenwert beigemessen hatte, der man eine solche Frage niemals angesehen hatte und der man nun weder böse noch dankbar sein kann.

Ist man nun böse? Erleichtert?

Erlöst, verzweifelt?

Nimmt man es jetzt mal wieder nur so hin, oder sieht man nun einmal an sich hinunter und blickt den unaufhörlich-bröckelnden Tatsachen fest in seine schmierigen Augen?

Fällt man nun diesen Tatsachen in die dreckig-verlogenen Arme um ihnen nur wieder in den Rücken zu fallen, oder wünscht man sich stattdessen, es wäre die Frage an ihrer Stelle?