Leere Blicke

Ein altes stummes Herz hier vor mir liegt
Mit leerem Blick betracht‘ ich’s, schauernd
In den letzten Stunden, ewig dauernd
Schlug’s ein einzig Mal. Die Zeit sie siegt

In all den Jahren hat es viel zu viel gepumpt
Nun liegt’s hier vor mir, trauernd sterbend
Weil ich weiß, es wird nie wieder gestern werden
Und weil ich nie was sagte ist es nun verstummt

Ich kann, und ja ich will es auch nicht glauben
Dass Tage schon gezählt sind, ehe angebrochen
Dass uns’re Schwüre schon gebrochen eh‘ versprochen
Und dass das letzte Ende vor mir steht, mit leeren Augen

Mein altes treues Herz, komm schlag für mich
Los, pump mir noch den Tropfen Blut durch kalte Venen
Geben wir schon auf, obgleich wir uns noch sehnen?
Was ist denn Leben ohne Herz, und was die Liebe ohne dich?

Advertisements

Tanzen



Im Jetzt und eig’nem Hirn gefangen

Im kalten Abgrund neuer Nostalgien

Die uns stutzig machen und befangen

Noch lachten als wir freudig sprangen

durch die Apathien

Jetzt und hier, mit eingefroren‘ Herzen

Tanzen wir uns barfuss Frust vom Leib

Lust die bleibt, in immer neue Schmerzen

Zertanzen wir am Abgrund alte Tage

weil ja sonst nichts bleibt

Hier stehen wir, ohne Schild und Schwert

Bis auf den Grund der bloßen Seele, ungeschützt

Ohne schützend Schuhe noch im Eismeer

unter Feuerherd

Und wissen abermals, dass es nichts nützt

Im Hier und dem eig’nen Herz verloren

Taumeln blind wir durch die neuen Tage

Wurden einst doch in das Gestern reingeboren

Um das Heute, Hier und Jetzt zu feiern und zu leben

Doch was bleibt, ist einzig diese Frage

Warum noch verletzbar sein in Hirn und Herz

Warum noch die Schuhe nehmen, sie verbrennen im Seelenfeuer

Das Schwert in eig’ne Wunden treiben; „Hallo, Schmerz?!“

Und dann für Stunden vermissen und vergessen

Unser innerst Ungeheuer

Tanzen, feiern, tanzen; heute, morgen Nacht

Barfuss durch die Hölle laufen, ohne Unterlass

Niemals uns zu fragen, „hat es was gebracht?!“

Weiter laufen, weiterleben, nur im Hier, im Jetzt

Wenn wir etwas wollten, ja dann das

Hirn und Herz, hier im klammen Jetzt

Letzter Frust klebt noch am schweißig‘ Leib

Lust, die bleibt, uns weiter hetzt

Alles wird vergehen, selbst die Zeit

So stehen wir hier, ohne Schutz und Scham

Bis auf den Grund des puren Lebens, unverpackt

Nehen uns im Feuersturm noch in den Arm

Um am Ende zu erfrieren. Einsam. Nackt.