Des Königs Exil

 

Der alte König in seinem Exil

Vergessen Vernunft

Vergessen das Leben

das von Kindesbeinen an

stetig gesucht –

und viel zu früh schon verloren.

 

Vergessen das Leben

das scheinbar gewählt

das scheinbar gewollt

das scheinbar gestorben

Vergessen die Angst

 

doch erinnert des Lebens,

des Lachens, des Weinens,

erinnert der Freude

am kindlichen Sein,

am Entdecken der Freiheit.

Entdecken der Welt –

nur ohne Furcht diesmal –

vor Zukunft und Früher;

 

erinnernd vergessen,

vergessend erinnern.

Kindesbeine in beigen Schuhen

so wandert er wieder:

Der König in seinem Exil

 

Der Blick wieder offen

Die Welt wieder weit

Alles wird größer

Man selbst wieder klein

Auch hilflos beizeiten

(unbeholfen so oft)

Fremd werden die anderen

Und fremd auch die Jungen

Bald Flucht in die Lieder

die so lang nicht gesungen

vertraute alte Gesänge

Inmitten neuer Welt

In der ihn Faszination nur noch hält

So wandert er wieder

Der alte König in seinem Exil