Leibgedächtnis

In der ansonst entspannten Hand
verkrampft ein zitternd Stift zum Leid
wiegt in meiner Leere schwer wie Zeit
weigert jeden Strich über den Rand
wo verlorenes Paradiese dauert
sich Ewigkeit in Grenzen hält
einem immer noch was einfällt
hinter der koronaren Mauer
     doch die Worte sind schon schrumplig und blind
     von trockenverschwiegenen Tränen
     gestoßen und genutzt an jenen
     die mir zu groß geworden sind

Jetzt habe ich Abend mal genug
– und endlich endlich keine Zeit –
steht das Gedächtnis schon bereit
zählt die Fragen nach Lug und Trug
mir in die heut´ wieder scheue Hand
Dass wir mal gute Freunde waren
merkt man, wie alles, erst nach Jahren
Hab´s nicht vermisst als es verschwand

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Der Hoffende

Hier ein Link zum tollen Projekt der Montagslyriker, bei dem ich dieses Mal zum Glück dabei sein darf.
Wer es noch nicht kennt, sollte gerne stöbern.

miasraum

Die Reise durch die Welt der Worte geht heute Abend in die vierte Runde. Wir dürfen uns heute Abend auf den ersten Poeten freuen, der den Weg in unsere Montagslyrikerfamilie gefunden hat:-)

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