Poesie-Album

Hier eine kleine Auswahl von Texten, die nicht bloß im Archiv ihr Dasein fristen sollten…Es gibt dann eben doch manchmal ein paar wenige Texte, die am Ende des Tages dann doch ein wenig stärker in meinem Kopf hängen geblieben sind als andere… und meistens durchaus aus Gründen. Hier nun also eine kleine Auswahl, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, ohne den Anspruch eines „best-of-Charakter“ und natürlich ohne Gewähr.

Wie viel Welten zwischen uns

Hundert Tage Einsamkeit
Heut’ Morgen so wie gestern Nacht
Wecken so viel Sehnsucht noch in mir
Vergangenheit ist umgebracht
Tausend’ Meilen zwischen uns,
Die reichen doch heute gerade noch so aus
Um Ungesagtes stehen zu lassen
Und um Sagenwertes auszusprechen auch
Tausend Meilen und ein Tag,
Können so viel Nähe noch erzeugen
Das Ungesagte schweigen lassend
Nur du könntest dies bezeugen.
Dutzend Welten zwischen uns,
Reichten gestern gerade noch so aus,
Um Herz und Seel’n weinen zu lassen,
Sag’ mir, wann kommst du nach Haus?
Tausend Meilen zwischen uns
Werden Dutzend Welten und ein Tag
Und morgen gar hat meine Welt dich wieder,
Keine Ahnung, was ich dir dann sag’

Fliegend Träume

Wenn uns’re Träume fliegen lernten heute Nacht
Sich gegenseitig an den Händen nähmen
Sich die weiten glänzend Flügel spannten
Und sich erhebten in den Himmel gar bei Mitternacht
Wir ließen alles hinter uns, all die stummen Tränen
Flögen empor in den Himmel voller Möglichkeiten
In so hohe Höhen, die wir niemals zuvor kannten
Versuchten uns zu halten an der Hand des anderen ganz sachte
Streiften mit den Flügeln schimmernd’ Sternenstaub
Kämen weiter noch als je ein Mensch zuvor
Sich gar zu malen wagte in den kühnsten Träumen.
Träume, die mal uns’re waren vor der Zeit
Träume, die wir leben wollten halb und halb
Wir fallen nie wie all die Zweifler hart zurück auf Asphalt
Denn nie wieder wollen wir zweifeln an dem And’ren
Niemals wie gestern so naiv nur wünschen uns’re Träume
Also ließen wir zurück die Zweifel, Zweifler und Verbrauchten,
All die Utopien an die wir niemals wirklich glaubten
Und sehen dem Horizont in unser’m Traum ins Auge
Heut Nacht braucht’s nur dich und mich, und auch ein wenig Glaube

Tanzen

Im Jetzt und eig’nem Hirn gefangen
Im kalten Abgrund neuer Nostalgien
Die uns stutzig machen und befangen
Noch lachten als wir freudig sprangen
durch die Apathien

Jetzt und hier, mit eingefroren’ Herzen
Tanzen wir uns barfuss Frust vom Leib
Lust die bleibt, in immer neue Schmerzen
Zertanzen wir am Abgrund alte Tage
weil ja sonst nichts bleibt

Hier stehen wir, ohne Schild und Schwert
Bis auf den Grund der bloßen Seele, ungeschützt
Ohne schützend Schuhe noch im Eismeer
unter Feuerherd
Und wissen abermals, dass es nichts nützt

Im Hier und dem eig’nen Herz verloren
Taumeln blind wir durch die neuen Tage
Wurden einst doch in das Gestern reingeboren
Um das Heute, Hier und Jetzt zu feiern und zu leben
Doch was bleibt, ist einzig diese Frage

Warum noch verletzbar sein in Hirn und Herz
Warum noch die Schuhe nehmen, sie verbrennen im Seelenfeuer
Das Schwert in eig’ne Wunden treiben; „Hallo, Schmerz?!“
Und dann für Stunden vermissen und vergessen
Unser innerst Ungeheuer

Tanzen, feiern, tanzen; heute, morgen Nacht
Barfuss durch die Hölle laufen, ohne Unterlass
Niemals uns zu fragen, „hat es was gebracht?!“
Weiter laufen, weiterleben, nur im Hier, im Jetzt
Wenn wir etwas wollten, ja dann das

Hirn und Herz, hier im klammen Jetzt
Letzter Frust klebt noch am schweißig’ Leib
Lust, die bleibt, uns weiter hetzt
Alles wird vergehen, selbst die Zeit

So stehen wir hier, ohne Schutz und Scham
Bis auf den Grund des puren Lebens, unverpackt
Nehen uns im Feuersturm noch in den Arm
Um am Ende zu erfrieren. Einsam. Nackt

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