Bilder (verwackelt)

Diese kurzen Momente von Glück
(die ich heut endlich erkenne)
Wenn ich verwackelte Bilder sehe
Wo ich noch immer neben mir stehe
In der Verklärung von Zurück

Wichtig war, was man erlebt
dass man erinnern übertreibt
Weil der Rest Geschichte bleibt
die das eigene Herz nicht regt;

Wir waren doch die beiden Zeilen
zwischen dem Mitgemeinten
über lautes und leises Zweifeln

Wir waren der Leim
zwischen dem ungelenken Reimen
nach zu viel dunklem Wein

Süffiger Abgang XIII: Erinnerungsgewühl

13 Erinnerungsgewühl

Nur weil hier ein Ende beginnt
Red´ ich mir ein, ich sei bereit
Zum Teufelspakt mit dieser Zeit
Wer wohl diese Wette gewinnt

Schöne Tage an der Neige
Ist das letzte an Poesie
Die meinem Herzen Kraft verlieh
Zu glauben, es gäb uns beide

Doch die Bilder verlier´ ich
Im Moment des Betrachtens
Wo die Erinnerung verschwimmt

Die Hoffnung bleibt ein Irrlicht
Und Irrlichter entfachten
Was längst durch alle Poren rinnt

Glühwürmchen

die Laken der Erinnerung
sind stark verwühlt.
doch wärmen sie
das Herz im Herbst –
der letzte Sommer ist verkühlt.

nur such´ ich noch immer,
von zu kurzen Tagen umspült,
die kleinen Fetzen
vom großen Für Immer,
das schwach noch in mir glüht.

die Bilder kommen im Tagtraum
bisher ungefühlt.
doch der Versuch,
Glühwürmer zu fangen,
war wohl noch verfrüht.

und bloß genug Fotos zu machen
haben wir uns bemüht;
doch der letzte –
eine – große Sommer
ist längst verblüht.