Süffiger Abgang IV: Zwischen die Zeilen

4 Zwischen die Zeilen

Weil sie in die Zeit geworfne Schatten sind
Einladung, zu lang zu weilen
im klammen Raum zwischen den Zeilen
such ich hier nichts als diesem matten

wahrheitsgetreuen Erinnern
es findet keine Worte
für fiktive Orte
die durchs Dunkel schimmern

Nie gehbare Gestalten haben
Von Innen an der Schale schaben
noch keine eigene Stimme tragen

So hör ich nur ein schüchtern
Ausgesprochnes Flüstern
Nach vergessenen Namen fragen

Wiederwehr

Der Jugendträume Trümmer
Sind weder Fleisch noch Stein
Nicht aufgeräumter Schimmer
Der Eigenblendung Schein

Ist kein Ort zum lang´ Verweilen
Oder Wirklichkeitsgefunkels
Ist kein Wort, lebt unter Zeilen,
Zuflucht wundervollen Dunkels

Es sei ein Fundamente zarten Glücks
In seltner Heim- und Wiederkehr
Verwirklichung im Blick zurück
Hier wiegen Herzen wieder schwer
Und wer sich einst so leicht verlor
Der ist hier wieder wer

Halbschlaf

Die ganze Nacht im Halbschlaf
Mit auf links gedrehtem Herzschlag
Als Geistergestalt lieg‘ ich da
Sehr kalt spür‘ ich die Ferne nah
War nachts stets tiefer als am Tag

Wirre Träume aus Erinnerung und Sehnsucht
Die Lust zur Flucht nutz‘ ich nie gerne
Wo soll ich ohne mich auch hin
Aller Sinn und Unsinn der mich kreist
Ist Teil von einem müden Geist
Der die Sucht nach Zeit verbarg
Indem er zu oft zu den Sternen sah

Alkohol und Asche

Alkohol und Asche

Mit den schweren Schwingen schwebt
Er lautlos über mir
Ich seh´s am Rascheln in den
Dunklen Blättern hier

Doch das heißt, dass ich noch leb
Trotz aller Schlechtigkeit in mir
Nur Alkohol und Asche find
Ich heut Nacht neben Dir

Kein anderes Gesicht mehr
Nicht mal Deines noch
Fehlt mir so sehr

Dass ich Flügel überhöre
Das Herz wollt so sehr lieben
Ich wusste, dass ich dabei störe