Glühwürmchen

die Laken der Erinnerung
sind stark verwühlt.
doch wärmen sie
das Herz im Herbst –
der letzte Sommer ist verkühlt.

nur such´ ich noch immer,
von zu kurzen Tagen umspült,
die kleinen Fetzen
vom großen Für Immer,
das schwach noch in mir glüht.

die Bilder kommen im Tagtraum
bisher ungefühlt.
doch der Versuch,
Glühwürmer zu fangen,
war wohl noch verfrüht.

und bloß genug Fotos zu machen
haben wir uns bemüht;
doch der letzte –
eine – große Sommer
ist längst verblüht.

Erinnerungslücken

Und heute prügelt der Regen
meine altbekannten Straßen und
Wege ab
längst vom Weinen schlapp
doch keinen Gedanken
an Erinnerung schon müde

diese Gespenster, die wir riefen
als wir lachten, lebten, schliefen
trag ich nur zu gern mit mir
herum
bleiben garstige Zeugen,
beinah stumm,
meiner Erinnerungslücken
Gläser rücken, stoßen, trinken
und sich niemals beugen
dem Alter,
der Liebe, Melancholie.

Und heute staubt das Leben
mir altbekannte Gesichter und
Geschichten ein.
Nein, man muss nun nicht mehr weinen
beim kleinen Gedanken
an große Liebe und die Momente
die im Nachhinein
nie falsch verliefen
    denn es hieß für immer weiterleben

Heut noch auf Sternenstund
und hinaus über die Ziele schießen
Leidenschaft und Geister pflegen
in alten Gesichtern
alte Geschichten
und neue Spuren lesen
Hände halten und dazu
wieder tanzen
im endlich reinigenden Regen

Wolkennacht

Die Welt voller Wolken

beschlagenes Glas

Lauter Regen im Fenster

Gedanken an Gras.

 

Kein Tropfen dringt ´rüber

Durch Stille und Stirn

Ein Glas voll Vergessen

Erinnerung ein Zwirn.

 

und hab ich nicht immer

nur gehofft es geht bergauf

Glauben verschwindet

an ein Leben zuhaus´?

 

War´s denn nicht so gut

War es nicht der gleiche Ort

Momente aus Zucker

Gilt es nicht mehr, unser Wort?

 

Die Welt ist aus Schweigen

aus Bildern falscher Zeit

und falls sie düster bleiben

wird der Weg zurück zu weit,

 

und all diese Zweifel

sind laut und egal

stetig vorhanden

so wie es immer schon war…