Spätsommerlicht

​Spätsommerlicht im Frühherbst

Als wir uns die Hände gaben
War´s für immer nur,
Die Herztemperatur
In den Farben von Ingwertee
Wie ein Spaziergang gegen Weh,

Denn ich liebe nicht
Bloß jenes Licht
Das sich charmant
Und unaufdringlich leise
In den Augen bricht
Wenn Du Dich dann
Mit Blättern färbst;
Sondern auch die alte Weise
„Vergänglichkeit
Vergeht nicht
Mit der Zeit“

Jetzt bleibt
Alles beim guten Alten
Wenn wir
Weiter diese Hände halten

Horizontsgezeiten

Horizontsgezeiten
Gelegenheit, erdachte Flügel auszubreiten,
zu spannen, bis an die Grenzen dieser Stille,
Reicht für einen letzten Nachtflug noch
allein der Rest an Wille
hier am Rand des nächsten Tages.

Ist ein Boden voller Poesie
auf abgetretenen Blättern
Anlauf mir genug
werden diese Wörterfetzen mir
doch noch zu Rettern?

kann Leere füllen
was sie hervorrief
mich noch verletzen
was so lange schlief
wovor ich so lang weglief
denn für Heldentaten
war ja nie das rechte Wetter

Bis zum Untergang der Sonne
Träume ich alte Lieder
Vom Gefühl, Erinnern zu verlernen
mit zu viel Regen im Gefieder
und dem dunklen Fleck im Nichts:

Ein Ort zwischen den Sternen.
Bis hierhin alles Vorgeschichte
von Musen, Fernweh
Scherbensammeln und Flügelweiten,
Horizontsgezeiten
Bis ich am Rand des nächsten Tags steh