Vermissen

Ist es das
was sie Vermissen nennen,
das Unkomplettsein
dieser große Schmerz,
da sucht das Herz
Synchronität, allein?
Das wollt ich niemals kennen.

Ist es das
was Sehnsucht heißt,
überall nur ein Gesicht zu sehen
und selbst der Blick auf schönste Sterne
bedeutet mir nichts mehr als Ferne
weil Gedanken sich nur um dich drehen,
wie du ja weißt.

Was es ist
das andere da meinen
weiß ich auch jetzt noch nicht,
doch dass du da bist, zwar nicht hier,
tröstet, denn es gibt ein Wir,
also bin ich fast glücklich
heute Nacht zu weinen.

Glühwürmchen

die Laken der Erinnerung
sind stark verwühlt.
doch wärmen sie
das Herz im Herbst –
der letzte Sommer ist verkühlt.

nur such´ ich noch immer,
von zu kurzen Tagen umspült,
die kleinen Fetzen
vom großen Für Immer,
das schwach noch in mir glüht.

die Bilder kommen im Tagtraum
bisher ungefühlt.
doch der Versuch,
Glühwürmer zu fangen,
war wohl noch verfrüht.

und bloß genug Fotos zu machen
haben wir uns bemüht;
doch der letzte –
eine – große Sommer
ist längst verblüht.

Leere Blicke reloaded

Hallo, Moin, und seid gegrüßt,

Aus aktuellsten Anlass veröffentliche ich einen alten Text hier erneut. Ein befreundeter Musiker fand Gefallen und Klangkulisse, so dass Leere Blicke fast vier Jahre nach Erstveröffentlichung nun auch in Musik gekleidet vorliegt. Ich wünsche guten Hörgenuß…

Leere Blicke

Ein altes stummes Herz hier vor mir liegt
Mit leerem Blick betracht’ ich’s, schauernd
In den letzten Stunden, ewig dauernd
Schlug’s ein einzig Mal. Die Zeit, sie siegt.

In all den Jahren hat es viel zu viel gepumpt
Nun liegt’s hier vor mir, trauernd sterbend
Weil ich weiß, es wird nie wieder gestern werden
Und weil ich nie was sagte ist es nun verstummt

Ich kann, und ja ich will es auch nicht glauben
Dass Tage schon gezählt sind, ehe angebrochen
Dass uns’re Schwüre schon gebrochen eh’ versprochen
Und dass das letzte Ende vor mir steht, mit leeren Augen

Mein altes treues Herz, komm schlag für mich
Los, pump mir noch den Tropfen Blut durch kalte Venen
Geben wir schon auf, obgleich wir uns noch sehnen?
Was ist denn Leben ohne Herz, und was die Liebe ohne dich?

Mehr zu Sirius findet man bei silent music und soundcloud, wo es ebenfalls das restliche, natürlich sehr hörenswerte, Album Ein Ort der Stille zum freiherunterladen gibt.

Grüße,

eine Krone aus Dornen

In frühen Jahren

Suche nur nach meinen Worten:

Nach der alten Sprache, meiner letzten,

Wühlen durch Erinnerungsfetzen

an längst verlebten Orten.

Fühle noch das alte Herz;

in meiner alten Brust den alten Rhythmus schlagen

und mich, wie in diesen letzten Tagen

               und schon wieder wird es März…

 

Oder eben grad ein and´rer Monat, meinetwegen:

Profane Reime (allenthalben) wieder wagen,

Herz auf Schmerz, ganz wie in den frühen Jahren

als wären die Momente nie real gewesen.

Die zwischen uns         zwischen mir;

und die inzwischen zwischen allem stehen,

die wir, doch heute, längst nicht mehr verstehen

Doch waren´s Worte nur. Wir. Heute. Hier.

 

Hier, nur in den frühen Jahren.

Heute, nur wir selbst geblieben.

Worte bleiben auf den Zungen liegen,

sind auch nicht mehr was sie einst waren.

Spüre noch das alte Herz;

das alte Ich; das alte Hirn; das alte Leben

in einer schön´ren Zukunft, gerade eben:

            Das Versprechen, nur ein schlechter Scherz!

 

 

Soll ich also nur noch trauern, heute,

und Atemzug um Zug an damals denken?

Die Gedanken an ein früher nur verschwenden,

denn tatsächlich, ich vermiss die Leute.

Das ist nun dieses Leben, bis hierher;

man lebt, man stirbt; hat sich genähert und entfernt

Und mit der ganzen Zeit Vermissen nur gelernt

Was bleibt? Auf eine Art bleibt es für immer schwer…

Ausgegraben

Ausgegraben

Ich hab mein Herze ausgegraben
Und ein großer Haufen Erde
Säumt nun meine Brust
In ihm verborgen all die Lust
Doch bevor der Haufen wird zum Berge
Mag der Wind ihn mit sich tragen

Denn um erneut zu schlagen braucht es Raum
Kann nicht in der kalten Erde leben
All die Emotion die es ertrug
All die Lügen, all der Trug
Den es sich selbst wollt auferlegen
Werden immer blasser wie ein Traum

Kräftig schlagen will es denn erneut
Doch dafür muss es sich erst auskurieren
Und kein Gefühl von Gestern oder Heut‘
Lässt mein Herz morgen wieder triumphieren