Im Regen verlorene Notiz

Was man von hier aus sehen kann
Sind vor allem Mitgeschöpfe
Bis tief in die zweite Ebene verteilt
Wo man in einer langen Sommernacht
An den großen weiten Löchern weilt
Mit bis oben zugeknöpften Köpfen
Tausendstimmig eintönig
Sacht und schief ein Lied
Über die Welt voll Schatten singt,
Der man sich gut entzieht wenn man
Aus den hellhörigen Wänden Licht
Geräusch und Feuer macht.
Jeder Anfang ist ein Abschied
Bloß ist´s das größte Herz
Das stets als letztes lacht
Nur auch diesem dämmert irgendwann
Der Text, verstummt verstimmt
Bekommt Gesicht
Und hofft, dass dieses Loch,
Das sich zu einem Lächeln zwingt,
verheilt…

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Nistplatz Herzgewölbe

Du fährst mir zwischen meine Zeilen
Wenn Dein Zauber duftet
Du mir jede Luft bist
Ziehst Du mich aus der Leere fort
Schaffst einen Ort uns zum Verweilen
Wo wir beiden [unleserliches Wort]

Komm leg‘ mir den schönen Kopf und deine
Schweren Stunden auf die Schulter
Danke, dass Du so viel Geduld hast
Mich wirklich zwischen jedem Satz liest
So vergesse ich das Wort alleine
Weil Du mein Seelenfortsatz bist

Ich hatt‘ mich einfach so zu Dir gelegt
Und als wir in der Stadt des Ziegenkäses schliefen
Kartografierten wir uns alle unsre Tiefen
Erfanden es ganz neu zu lieben
Ach, zu wenig von dem, das mich bewegt
Steht jetzt wirklich hier geschrieben

Leibgedächtnis

In der ansonst entspannten Hand
verkrampft ein zitternd Stift zum Leid
wiegt in meiner Leere schwer wie Zeit
weigert jeden Strich über den Rand
wo verlorenes Paradiese dauert
sich Ewigkeit in Grenzen hält
einem immer noch was einfällt
hinter der koronaren Mauer
     doch die Worte sind schon schrumplig und blind
     von trockenverschwiegenen Tränen
     gestoßen und genutzt an jenen
     die mir zu groß geworden sind

Jetzt habe ich Abend mal genug
– und endlich endlich keine Zeit –
steht das Gedächtnis schon bereit
zählt die Fragen nach Lug und Trug
mir in die heut´ wieder scheue Hand
Dass wir mal gute Freunde waren
merkt man, wie alles, erst nach Jahren
Hab´s nicht vermisst als es verschwand

Scherbenklirren

Scherbenklirren

Unendeckt, bis es zu spät
ist, schlägt mein tapfer Herz
Es reimt nicht gern auf Schmerz
Doch es weiß zu gut wie´s geht

Niemals läßt es sich beirren
Nicht von all den Hürden hier
Nicht vom Zweifel in mir
Bis Scherben wie Gläser klirren

Doch trotz Schmerz zu schlagen
Kann man nicht trainieren
Und kann auch nicht mehr klagen

Am Ende werd ich eh verlieren
An guten wie an schlechten Tagen
Von Innen her krepieren