Dunkelzeit

Das Fenster läßt die Dunkelheit herein
Des Abends Kühle war schon hier
Denn alle Wärme floh mit Dir
Einsam war ich so noch nie, lediglich allein.
Man meint noch kurz, dass man sich kennt
Schon ist erneut alles verloren
Schwur nur wahr, so lang geschworen
Das einzig Feuer, das noch brennt
Ist Deine alte Kerze unter meiner Hand
Das letzte Licht, das noch nicht schwand
Dein Schatten hier an jeder Wand
Mehr ist mir nicht geblieben
Ich will sie für immer lieben
Wie das erste Ich, das ich erfand
In das Du Dich verliebtest
Nur das Nächste schon verriet es…

Die Utopie des Ichs

Ich bin das Ich
das dies erlebt
ein schutzloses
das kein Geheimnis hat
sich darin zu verstecken
Was wär es ohne Wörter
die es erfindet, bei sich trägt
ohne Leerzeichen dazwischen
Dieses Ich, es geht
herum und hat es schwer
denn wo fängt das Erfinden an
wo hört die dünne Haut auf
auf die die Zeiten ihre
Zeichen kerben
Dieses Ich besteht
aus Trauer und Papier
aus allen Möglichkeiten
ohne Leid zu sterben
doch dieses Ich
besteht ja auch aus mir

Vorgeschichte

Bis hierhin alles Vorgeschichte

von Heimat und Hoffnung,
das Herz hiermit zu füllen,
denn nur ein volles Glas
fasst keinen Tropfen Trost,
und beim falschen Ton
zerbricht es.

Das Ende – ein Umschwung –
man muss gerettet werden wollen,
wieder mehr sprechen von sich
denn jedes noch so leise Ich
verweist auf mich,
auch wenn´s bloß stiller Schatten ist.