Süffiger Abgang III: Schattenwurf

3 Schattenwurf

Leichte Herzen seien immer leer
Bäume tun, als ob sie blühn
Lasst mich bloß den Kürzten ziehn
Fällt das Atmen noch so schwer

Bemüht, die Mühe zu genießen
sich bis oben zuzuknöpfen
Kraft aus Ruhe zu erschöpfen
auf staubgesaugten Wiesen

Die fehlen dieser Gegend sehr
Wie dem zurückgelassnen Kind
sanfte Atemzüge fehlen

so lauf ich Herzen hinterher
Die wundervoll erzählen
Weil sie in die Zeit geworfne Schatten sind

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Süffiger Abgang II: Gefühl

2 Gefühl

So wiegt der Anfang schon so schwer
Mit dem Beinah-Zuhaus-Gefühl
Im zärtlich-lauten Saitenspiel
brüchigharter Stimme nimmermehr

Doch jedes Wort ein ernster Schwur
erste Liebe; erstes Scheitern
erstes Horizonterweitern
Gefühl – Gefühl – L´amour

Nur ein leeres Herz ist leicht
Gerad wenn Heimat mir geschieht
Spielt irgendwer irgendwo Musik

Dann wirkt einmal nichts zu schwer
Und ich entscheide mich, vielleicht;
Leichte Herzen seien immer leer

Süffiger Abgang I: Sturm und Drang

1 Sturm und Drang

Nur vor dem Auftakt war ich blind
Erinner´ ich vom Hörensagen
Dann wollte ich ein Spielchen wagen
Das vor die Klassentür gestellte Kind

Wissen wollt ich, was man darf
doch bald darauf verstand ich
Nur das Verbot ist echt romantisch
Und dass die Zeit schon ihre Schatten warf

Dieses ganzes Sturm und Drang
Begann mir richtig erst am Ende
Als der ganze Zauber schwand

Als letztem, voller leerer Hände
Lief die Erinnerung mir hinterher
So wiegt der Anfang schon so schwer

Trugschluss

Als ich von Liebe noch nichts wusste
Und die Zeit so zäh verging
Hatt´ mein Herz noch warme Kruste
Ich bin heut noch halbes Kind

Alles war noch sanftes Spiel
Was zu Trugschlüssen verleitet
Nur nach Zeit verstand ich noch zu viel
Hätt´ ich Dich doch bloß begleitet

An Gabelungen links
Das war die Wegbeschreibung
Erst viel später eine Meinung

Und wenn Du heut das alte Lied singst
Dann nicht zur Unterscheidung
Sondern weil sein Text noch immer stimmt

Sternensterben

Diese ganzen schweren Texte
Über Staub zwischen den Sternen
Geist und Raum, den verwaisten Traum
Der Jugend, als mich diese Art
Mir zu schreiben noch verhexte
Magie in täglichen
Worten verborgen lag
Als mit dem Stern
Nicht gleich der Wunsch verstarb
Das leere Herz noch fern
Und unter Glück vergraben lag
Waren sie das letzte
Die das geheime Wissen um
Die Tränen in den Kissen barg
Und mir Mut zum weiterlesen gab.