Süffiger Abgang III: Schattenwurf

3 Schattenwurf

Leichte Herzen seien immer leer
Bäume tun, als ob sie blühn
Lasst mich bloß den Kürzten ziehn
Fällt das Atmen noch so schwer

Bemüht, die Mühe zu genießen
sich bis oben zuzuknöpfen
Kraft aus Ruhe zu erschöpfen
auf staubgesaugten Wiesen

Die fehlen dieser Gegend sehr
Wie dem zurückgelassnen Kind
sanfte Atemzüge fehlen

so lauf ich Herzen hinterher
Die wundervoll erzählen
Weil sie in die Zeit geworfne Schatten sind

Süffiger Abgang I: Sturm und Drang

1 Sturm und Drang

Nur vor dem Auftakt war ich blind
Erinner´ ich vom Hörensagen
Dann wollte ich ein Spielchen wagen
Das vor die Klassentür gestellte Kind

Wissen wollt ich, was man darf
doch bald darauf verstand ich
Nur das Verbot ist echt romantisch
Und dass die Zeit schon ihre Schatten warf

Dieses ganzes Sturm und Drang
Begann mir richtig erst am Ende
Als der ganze Zauber schwand

Als letztem, voller leerer Hände
Lief die Erinnerung mir hinterher
So wiegt der Anfang schon so schwer

Trugschluss

Als ich von Liebe noch nichts wusste
Und die Zeit so zäh verging
Hatt´ mein Herz noch warme Kruste
Ich bin heut noch halbes Kind

Alles war noch sanftes Spiel
Was zu Trugschlüssen verleitet
Nur nach Zeit verstand ich noch zu viel
Hätt´ ich Dich doch bloß begleitet

An Gabelungen links
Das war die Wegbeschreibung
Erst viel später eine Meinung

Und wenn Du heut das alte Lied singst
Dann nicht zur Unterscheidung
Sondern weil sein Text noch immer stimmt

Abenteuerurlaub

Zwischen den Fugen lagen
Schlangengruben
erschlagen war, wer sie betrat
hatte einen ganzen Tag verloren
in der Kälte nach dem Satz
zu heißer Ohren, verfroren
heim im dunklen Schein
der Lavaströme, ein
kleiner Fehltritt führt
ins Reich verlorener Söhne
Einklang reißt uns ins jähe Hier
denn wenn die Glocken läuten
heißt es wirklich rein
frag ob Deine Mutti Dir
die Schuhe morgen fester schnürt

Verlorene Jungs

Verlorene Jungs

Wir wollten auf der Straße leben
Gemeinsam, für alle Zeiten
Einfach und für immer so schweben
Eigentlich nur Kinder bleiben

Doch was blieb von diesem Fest?
Verändern wir denn noch die Welt?
Ich glaube doch an Feen, ganz fest

Ganz fest glaub ich, dass uns etwas hält
In langen Nächten, in einem Nest
Dann wenigstens der eigenen Geschichte Held

Wir wußten, wir waren Glückskinder
Weil wir im Regen tanzen konnten
blauäugig waren unter Blinden
Uns gegenseitig im Schatten sonnten

Konnten in Stille Melodien finden
Pfiffen Lieder mit ordentlich Wumms
Und auf die Regeln
Bis nimmer verlorene Jungs

Dann noch einen halben Vodka
auf die Hormone schütten