Verlorene Jungs

Verlorene Jungs

Wir wollten auf der Straße leben
Gemeinsam, für alle Zeiten
Einfach und für immer so schweben
Eigentlich nur Kinder bleiben

Doch was blieb von diesem Fest?
Verändern wir denn noch die Welt?
Ich glaube doch an Feen, ganz fest

Ganz fest glaub ich, dass uns etwas hält
In langen Nächten, in einem Nest
Dann wenigstens der eigenen Geschichte Held

Wir wußten, wir waren Glückskinder
Weil wir im Regen tanzen konnten
blauäugig waren unter Blinden
Uns gegenseitig im Schatten sonnten

Konnten in Stille Melodien finden
Pfiffen Lieder mit ordentlich Wumms
Und auf die Regeln
Bis nimmer verlorene Jungs

Dann noch einen halben Vodka
auf die Hormone schütten

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Des Königs Exil

 

Der alte König in seinem Exil

Vergessen Vernunft

Vergessen das Leben

das von Kindesbeinen an

stetig gesucht –

und viel zu früh schon verloren.

 

Vergessen das Leben

das scheinbar gewählt

das scheinbar gewollt

das scheinbar gestorben

Vergessen die Angst

 

doch erinnert des Lebens,

des Lachens, des Weinens,

erinnert der Freude

am kindlichen Sein,

am Entdecken der Freiheit.

Entdecken der Welt –

nur ohne Furcht diesmal –

vor Zukunft und Früher;

 

erinnernd vergessen,

vergessend erinnern.

Kindesbeine in beigen Schuhen

so wandert er wieder:

Der König in seinem Exil

 

Der Blick wieder offen

Die Welt wieder weit

Alles wird größer

Man selbst wieder klein

Auch hilflos beizeiten

(unbeholfen so oft)

Fremd werden die anderen

Und fremd auch die Jungen

Bald Flucht in die Lieder

die so lang nicht gesungen

vertraute alte Gesänge

Inmitten neuer Welt

In der ihn Faszination nur noch hält

So wandert er wieder

Der alte König in seinem Exil