Horizontsgezeiten

Horizontsgezeiten
Gelegenheit, erdachte Flügel auszubreiten,
zu spannen, bis an die Grenzen dieser Stille,
Reicht für einen letzten Nachtflug noch
allein der Rest an Wille
hier am Rand des nächsten Tages.

Ist ein Boden voller Poesie
auf abgetretenen Blättern
Anlauf mir genug
werden diese Wörterfetzen mir
doch noch zu Rettern?

kann Leere füllen
was sie hervorrief
mich noch verletzen
was so lange schlief
wovor ich so lang weglief
denn für Heldentaten
war ja nie das rechte Wetter

Bis zum Untergang der Sonne
Träume ich alte Lieder
Vom Gefühl, Erinnern zu verlernen
mit zu viel Regen im Gefieder
und dem dunklen Fleck im Nichts:

Ein Ort zwischen den Sternen.
Bis hierhin alles Vorgeschichte
von Musen, Fernweh
Scherbensammeln und Flügelweiten,
Horizontsgezeiten
Bis ich am Rand des nächsten Tags steh

 

Scherbensammeln

Scherbensammeln
Flügelweiten mit dem Stift
schon immer mit zittriger Schrift
alles festgehalten
um es loszulassen
alles geliebt
um bloß nichts zu verpassen;

Denn wo ein Weg ist
sei Wille,
wo ein Herz schlägt
Poesie

nur zu leise war es nie
noch sammle ich Geräusche
für die nächste große Stille

 

Vom Gefühl, Erinnern zu verlernen

06 Banner.jpgMoin moin!

Heute habe ich das Vergnügen, hier endlich wieder auf ein bisschen Musik zu verweisen!

Nun ist doch einiges an Zeit vergangen, seit mit Leere Blicke einer meiner Texte klanglichen Kontext fand. Dieses Mal wollten Worte gefunden werden, um sich in einen atmosphärischen Soundteppich miteinzuweben. War Ort der Stille noch ein großflächigeres elektronisches Experiment und erster Gehversuch für die Beteiligten, wurden nun Schritte zur Innenansicht gegangen: Harsche Bässe fallen dabei eher in den Hintergrund zurück, der Grundton wird melancholischer, oft atmosphärisch verträumt, doch hier und dort auch überraschend angriffslustig. Der Anteil an gesprochenem Text ist gestiegen, der Versuch, Wörterfetzen als verbindendes Element dem Roten Faden des Albums hinzuzufügen, gewagt.

Das Resultat liegt nun vor und wird heute veröffentlicht!

Reinzuhören lohnt sich natürlich auf jeden Fall. Ein Download auf silent music oder bandcamp womöglich noch ein bisschen mehr, weil das Artwork das Gesamtwerk wunderschön abrundet.

Ich wünsche besten Hörgenuß,

grüße,

krone

 

Leere Blicke reloaded

Hallo, Moin, und seid gegrüßt,

Aus aktuellsten Anlass veröffentliche ich einen alten Text hier erneut. Ein befreundeter Musiker fand Gefallen und Klangkulisse, so dass Leere Blicke fast vier Jahre nach Erstveröffentlichung nun auch in Musik gekleidet vorliegt. Ich wünsche guten Hörgenuß…

Leere Blicke

Ein altes stummes Herz hier vor mir liegt
Mit leerem Blick betracht’ ich’s, schauernd
In den letzten Stunden, ewig dauernd
Schlug’s ein einzig Mal. Die Zeit, sie siegt.

In all den Jahren hat es viel zu viel gepumpt
Nun liegt’s hier vor mir, trauernd sterbend
Weil ich weiß, es wird nie wieder gestern werden
Und weil ich nie was sagte ist es nun verstummt

Ich kann, und ja ich will es auch nicht glauben
Dass Tage schon gezählt sind, ehe angebrochen
Dass uns’re Schwüre schon gebrochen eh’ versprochen
Und dass das letzte Ende vor mir steht, mit leeren Augen

Mein altes treues Herz, komm schlag für mich
Los, pump mir noch den Tropfen Blut durch kalte Venen
Geben wir schon auf, obgleich wir uns noch sehnen?
Was ist denn Leben ohne Herz, und was die Liebe ohne dich?

Mehr zu Sirius findet man bei silent music und soundcloud, wo es ebenfalls das restliche, natürlich sehr hörenswerte, Album Ein Ort der Stille zum freiherunterladen gibt.

Grüße,

eine Krone aus Dornen