Süffiger Abgang II: Gefühl

2 Gefühl

So wiegt der Anfang schon so schwer
Mit dem Beinah-Zuhaus-Gefühl
Im zärtlich-lauten Saitenspiel
brüchigharter Stimme nimmermehr

Doch jedes Wort ein ernster Schwur
erste Liebe; erstes Scheitern
erstes Horizonterweitern
Gefühl – Gefühl – L´amour

Nur ein leeres Herz ist leicht
Gerad wenn Heimat mir geschieht
Spielt irgendwer irgendwo Musik

Dann wirkt einmal nichts zu schwer
Und ich entscheide mich, vielleicht;
Leichte Herzen seien immer leer

Trugschluss

Als ich von Liebe noch nichts wusste
Und die Zeit so zäh verging
Hatt´ mein Herz noch warme Kruste
Ich bin heut noch halbes Kind

Alles war noch sanftes Spiel
Was zu Trugschlüssen verleitet
Nur nach Zeit verstand ich noch zu viel
Hätt´ ich Dich doch bloß begleitet

An Gabelungen links
Das war die Wegbeschreibung
Erst viel später eine Meinung

Und wenn Du heut das alte Lied singst
Dann nicht zur Unterscheidung
Sondern weil sein Text noch immer stimmt

Playamar

Der Strand, die Straßen laut bis zwei
Wände hellhörig noch bis vier
Doch dann nur noch diese Zeit
Da auch das Meer verschnauft

Braungebräunt spricht man oft zu schnell
Doch Zahlen sind universell
Jetzt sind die Schwäne wieder zu zweit
Den Ringflamingo weiterverkauft

Seit dreißig Jahren schon ist hier
Die Zeit ja auch schon längst vorbei
Nur die Sonne scheint hell und breit
Und wie alles auch schon leicht gebraucht

Todeskuss

Todeskuss

Ich hab so lange sehr an Dich gedacht
Ganze Nächte, dazwischen die Tage
So dass ich jetzt einfach mal frage
Stimmt es, Du küsst Tote wach?

Das Leben fußt auf einer Nacht
In der Sehnsucht sich erfüllt
Oder ein Trugblid sich enthüllt
„Du willst mich küssen? Ja dann mach!“

Doch mit Wünschen soll man achtsam sein
Denn was man begehrt, das muss
Nicht das Glück schon sein allein

So war es auch am Schluss
Nach dem Mut um Zuneigung zu frein
Stellt´s sich raus als Todeskuss