Wolkennacht

Die Welt voller Wolken

beschlagenes Glas

Lauter Regen im Fenster

Gedanken an Gras.

 

Kein Tropfen dringt ´rüber

Durch Stille und Stirn

Ein Glas voll Vergessen

Erinnerung ein Zwirn.

 

und hab ich nicht immer

nur gehofft es geht bergauf

Glauben verschwindet

an ein Leben zuhaus´?

 

War´s denn nicht so gut

War es nicht der gleiche Ort

Momente aus Zucker

Gilt es nicht mehr, unser Wort?

 

Die Welt ist aus Schweigen

aus Bildern falscher Zeit

und falls sie düster bleiben

wird der Weg zurück zu weit,

 

und all diese Zweifel

sind laut und egal

stetig vorhanden

so wie es immer schon war…

Bestandsaufnahme 23.01

Bestandsaufnahme 23.01

Wieder keinen Schlaf gefunden
Nacht verbracht
Mit Kramen in Gedanken
Frühst um viere wieder auferstanden
Kaffee soll das leere Herz
Beflügeln
und erneut zu Schlagen animieren
Ohne Schmerz sich für den kommend Tag erwärmen

Ein Blick hinaus, es regnet sacht durch Dunkelheit
Konzentrier´ mich auf den Augenblick
Höre dann ein kleines Stück Musik
Vergesse bald, wie früh, wie spät
Vergesse alle Zeit
Bin bald abgeneigt vom Hin
Vielmehr noch vom Zurück
Vom Glück, das fehlt im momentanen Hirn

Nachtregen

Mein Kopf ist leergeschwemmt
Wie nach ´nem endlich endlosem Regen
Wie nach dem lang ersehnten alles zerstörenden Beben
Wie nach der Lawine die dies´ ganze Sehnen einfach mit sich nimmt
Nichts übrig lässt von mir
Mit all meinen abgenutzen Problemen
Meinen Trugbildern, meinen Schemen
Dem Schatten, den ich selbst auf meine Seele projizier´
All dem selbstprovozierten Mist
Der, na klar, immer noch vorhanden ist
Unter schönem Sein
Und dem bisschen Geröll
In den Pfützen noch stinkt
Ich hör ihr Gebrüll
Und ich hör das leise Wimmern
Das mir sagt; es ist nicht vorbei
Die Tränen trocknen und das Lächeln versiegt
Selbst wenn all das unter Oberfläche liegt
Es kommt nach, wird sich wieder erheben
Wieder Teil von mir sein
Und auch Teil von diesem „hier leben“
Wird mich wieder erreichen
Sich in die verdammt gereinigte Seele einschleichen
Ohne Rücksicht zu nehmen
Auf jeden weiteren reinigenden Regen
Lässt sich nicht nochmals verschwimmen
Von ein paar Tropfen Schweiß und einem Eimer voll Tränen
Von ein wenig Hoffnung und dem Mut zum Neuanfang
Dem Mut zum Weitermachen
Und ich will mich dem niemals ergeben
Ich will die Trümmer sehen
Will mich nach Ordnung sehnen
Will Trümmerkind sein, na meinetwegen
Will wieder auf aufgeräumter Oberfläche stehen
Und ja! Will auch unter diese Erde sehen
Vielleicht mal irgendwann irgendwas verstehen
Nichts bereuen davon – Ich will leben!