Süffiger Abgang I: Sturm und Drang

1 Sturm und Drang

Nur vor dem Auftakt war ich blind
Erinner´ ich vom Hörensagen
Dann wollte ich ein Spielchen wagen
Das vor die Klassentür gestellte Kind

Wissen wollt ich, was man darf
doch bald darauf verstand ich
Nur das Verbot ist echt romantisch
Und dass die Zeit schon ihre Schatten warf

Dieses ganzes Sturm und Drang
Begann mir richtig erst am Ende
Als der ganze Zauber schwand

Als letztem, voller leerer Hände
Lief die Erinnerung mir hinterher
So wiegt der Anfang schon so schwer

Im Regen verlorene Notiz

Was man von hier aus sehen kann
Sind vor allem Mitgeschöpfe
Bis tief in die zweite Ebene verteilt
Wo man in einer langen Sommernacht
An den großen weiten Löchern weilt
Mit bis oben zugeknöpften Köpfen
Tausendstimmig eintönig
Sacht und schief ein Lied
Über die Welt voll Schatten singt,
Der man sich gut entzieht wenn man
Aus den hellhörigen Wänden Licht
Geräusch und Feuer macht.
Jeder Anfang ist ein Abschied
Bloß ist´s das größte Herz
Das stets als letztes lacht
Nur auch diesem dämmert irgendwann
Der Text, verstummt verstimmt
Bekommt Gesicht
Und hofft, dass dieses Loch,
Das sich zu einem Lächeln zwingt,
verheilt…

Halbschlaf

Die ganze Nacht im Halbschlaf
Mit auf links gedrehtem Herzschlag
Als Geistergestalt lieg‘ ich da
Sehr kalt spür‘ ich die Ferne nah
War nachts stets tiefer als am Tag

Wirre Träume aus Erinnerung und Sehnsucht
Die Lust zur Flucht nutz‘ ich nie gerne
Wo soll ich ohne mich auch hin
Aller Sinn und Unsinn der mich kreist
Ist Teil von einem müden Geist
Der die Sucht nach Zeit verbarg
Indem er zu oft zu den Sternen sah

Vorgeschichte

Bis hierhin alles Vorgeschichte

von Heimat und Hoffnung,
das Herz hiermit zu füllen,
denn nur ein volles Glas
fasst keinen Tropfen Trost,
und beim falschen Ton
zerbricht es.

Das Ende – ein Umschwung –
man muss gerettet werden wollen,
wieder mehr sprechen von sich
denn jedes noch so leise Ich
verweist auf mich,
auch wenn´s bloß stiller Schatten ist.