Sommersonnen

Auch die kürzeste Nacht des Jahres

Sind acht Stunden Schicht

Dann genieße ich gezwungen Sonne

Denn schlafen kann ich so nicht

Advertisements

Glühwürmchen

die Laken der Erinnerung
sind stark verwühlt.
doch wärmen sie
das Herz im Herbst –
der letzte Sommer ist verkühlt.

nur such´ ich noch immer,
von zu kurzen Tagen umspült,
die kleinen Fetzen
vom großen Für Immer,
das schwach noch in mir glüht.

die Bilder kommen im Tagtraum
bisher ungefühlt.
doch der Versuch,
Glühwürmer zu fangen,
war wohl noch verfrüht.

und bloß genug Fotos zu machen
haben wir uns bemüht;
doch der letzte –
eine – große Sommer
ist längst verblüht.

Thermostat

In der Nacht des längsten Tages
dieses Jahres im blanken Erdenrund
erscheint die Hitze dieser Stund´
schweißgeperlt im Schatten einer Frage
um den offenstehend Mund der Klage
über all das Leid der Welt und ihren Witzen;
was uns noch hier hält, weshalb wir noch hier sitzen
herum wie um die Leere eines Sarges?

In längster Nacht des tiefsten Tages
bedeutet all die Wärme nichts hier draußen
denn angesichts des Dämmerns dort, von außen,
muss selbst ein ernstes Wort doch bald verstummen.
All der Aufschrei, bloß ein kurzes Summen
verteilt über das Licht der vollen Stunde;
der Kälte dieser Welt auf ihrer Runde.
Wessen Atem bedarf es da zu stocken,
wen hinter seinem Schlucken vorzulocken
im Sternenbild des ersten Schlages?