Süffiger Abgang X: Ein schöner Zauber

10 Ein schöner Zauber

Das leere Herz in hohler Hand
Wo unser Zauber sich erfand
Doch schon im Schlaf verschwand
Mir deine Hand ins Unbekannt´

Jetzt einfach ein Stück Seele speien
In eine Tüte im Vorsitz
Soll man schlimme Gedanken teilen
Dunkelheit erbricht im Geistesblitz

Turbulenzen bis über den Rand
Gewitterwolkenmanöver
Mörder im Gefühlsgestöber

Zu wenig geraucht und getrunken
in letzter Zeit, so meerversunken
War stumm, bis ich zur Sprache fand

Süffiger Abgang IX: Ohne Zeit

9 Ohne Zeit

Den Blick zur Sonne gerichtet
Schatten suchend, ungebräunt
aufgeräumte Sinne suchend
Tagwerk bereits nachts verrichtet

Die Lust von einst
Wird Lust zu zweit, zu dritt
Man kommt bald wieder mit
Ohne Zeit, da man alleine ist

Schatten findend, umgeräumt
Die Reise allzubald vorbei
Zeit zu viert galt als zu zweit

Wir schwinden, ungeträumt
Fern von Sicht auf Land
Das leere Herz in hohler Hand

Süffiger Abgang VIII: verweilen

8 verweilen

Was lässt heut noch mein Herz erschlagen
Was trägt daraus noch Blüten
Schärft mir den Blick für Mythen
Diesem Ort vom Hörensagen

Dort wo Gift und Honig fließen
Will ich mich zur Ruhe legen
Ein zahmes Dasein pflegen
Das meine Träume gehen ließen

Nun endlich ein paar Takte Dur
An der Nachgeschichte schreiben
Bloß noch in Gesellschaft leiden

Waren die ganzen Tränen nur
Aus Angst vor Glück erdichtet
Den Blick zur Sonne gerichtet

Süffiger Abgang VII: Nach dem Aufschlag

7 Nach dem Aufschlag

Doch am Ende war ich stets bemüht
Mich nur sinnvoll zu verschwenden
Doch Sonnenstrahlen müssen blenden
Jeder Absturz scheint zunächst verfrüht

Das Hirn hat lang genug geblüht
Alles wegleben, was man kann
Bis im letzten Sonnenaufgang
Der Schein das Herz verglüht

Träume mich vom Himmel schießen
Mit Stich und Faden über den Rand
Ins Land, da Gift und Honig fließen

Wo Fragen nach dem Irgendwann
Mir an der alten Seele nagen
Was lässt heut noch mein Herz erschlagen?

Süffiger Abgang VI: verglüht

6 verglüht

In nächtlicher Einsamkeit erkühlt
So fühl ich mir das Dunkel als Zuhaus
Seele atmet ein, nie aus
Kein Stern hat je die Zeit gespürt

Ich hab so viel geliehne Tage
so viel Welt, so wenig Poesie
In mir wie vormals nie
So stellt sich mir auch keine Frage

Was nützt dem Herze da ein Suchen
Vergebungsbitten, verfluchen
Es hat mit mir so heiß geglüht

Jetzt liegt es wieder wachsam da
Und der Mond kommt schrecklich nah
Doch am Ende war ich stets bemüht