Halbschlaf

Die ganze Nacht im Halbschlaf
Mit auf links gedrehtem Herzschlag
Als Geistergestalt lieg‘ ich da
Sehr kalt spür‘ ich die Ferne nah
War nachts stets tiefer als am Tag

Wirre Träume aus Erinnerung und Sehnsucht
Die Lust zur Flucht nutz‘ ich nie gerne
Wo soll ich ohne mich auch hin
Aller Sinn und Unsinn der mich kreist
Ist Teil von einem müden Geist
Der die Sucht nach Zeit verbarg
Indem er zu oft zu den Sternen sah

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Thermostat

In der Nacht des längsten Tages
dieses Jahres im blanken Erdenrund
erscheint die Hitze dieser Stund´
schweißgeperlt im Schatten einer Frage
um den offenstehend Mund der Klage
über all das Leid der Welt und ihren Witzen;
was uns noch hier hält, weshalb wir noch hier sitzen
herum wie um die Leere eines Sarges?

In längster Nacht des tiefsten Tages
bedeutet all die Wärme nichts hier draußen
denn angesichts des Dämmerns dort, von außen,
muss selbst ein ernstes Wort doch bald verstummen.
All der Aufschrei, bloß ein kurzes Summen
verteilt über das Licht der vollen Stunde;
der Kälte dieser Welt auf ihrer Runde.
Wessen Atem bedarf es da zu stocken,
wen hinter seinem Schlucken vorzulocken
im Sternenbild des ersten Schlages?