Raspeln

Die Süßholzraspeln
Haben wir längst aufgebraucht
Alles auf einmal verraucht
Für diesen einen echten Moment
Das ganze Geküsse und Haspeln
war es uns wert, ohne
Rechnen und Bitten, weil
dieses Kichern und Zwicken
von uns keiner vergisst
Also keine Tränen darüber
dass nun alles verbraucht ist
kein Zauberland mehr brennt
Denn diese Erinnerungen
Gab es geschenkt

Piratenschnaps

Mit Zigarette und Bier
zwischen Skizzen von Geschmier
nie mehr zu euch auf die Schnelle
Wart´ich wieder an der Bushaltestelle
die früher unser Häuschen war
Im Sommer schattig, winters warm
Piratenschnaps in den klammen
Händen rückten wir zusammen
und den Indianertabakrauch
vermischt mit irgendwelchem Strauch
schmeckten nach Zukunft und Gefahr
doch eigentlich blieb alles
wie es eh schon immer war

Die Jugend zu verschwenden
mit zu viel Sand zwischen den Händen
war woran wir dachten
wenn wir scheinbar grundlos lachten
und nur unser Eddinggeschmier
blieb am Ende der Endlosigkeit hier
Von Zukunft und Zeit keinen Schimmer
nur immer hier und immer für immer
Fürst Uranov und Captain Jack
unsere Scherben kehrten andere weg
von den Freudesschreien
blieben nur die Höhlenmalereien

Abschiedsbriefe

Nur ein Leben in losen Zeilen
Zwischen all dem lauten Zeug und Kram
Das mit der Schwarzen Dame kam
Mit ihren Keilen unter jeder Tür
In allen Räumen nichts als Schweigen
Stille über allem Material
Viel zu leeren Zetteln in aschfahl.

Als verzweifelt mit ihr zu lachen
Kann man doch nichts dagegen machen
– dagegen dagegen, nie dafür –
Nur noch Abschiedsbriefe an die
Perverse Schattendame
Lediglich zwischen den Versen
Der Wunsch endlich zu heilen