Horizontsgezeiten

Horizontsgezeiten
Gelegenheit, erdachte Flügel auszubreiten,
zu spannen, bis an die Grenzen dieser Stille,
Reicht für einen letzten Nachtflug noch
allein der Rest an Wille
hier am Rand des nächsten Tages.

Ist ein Boden voller Poesie
auf abgetretenen Blättern
Anlauf mir genug
werden diese Wörterfetzen mir
doch noch zu Rettern?

kann Leere füllen
was sie hervorrief
mich noch verletzen
was so lange schlief
wovor ich so lang weglief
denn für Heldentaten
war ja nie das rechte Wetter

Bis zum Untergang der Sonne
Träume ich alte Lieder
Vom Gefühl, Erinnern zu verlernen
mit zu viel Regen im Gefieder
und dem dunklen Fleck im Nichts:

Ein Ort zwischen den Sternen.
Bis hierhin alles Vorgeschichte
von Musen, Fernweh
Scherbensammeln und Flügelweiten,
Horizontsgezeiten
Bis ich am Rand des nächsten Tags steh

 

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Vorgeschichte

Bis hierhin alles Vorgeschichte

von Heimat und Hoffnung,
das Herz hiermit zu füllen,
denn nur ein volles Glas
fasst keinen Tropfen Trost,
und beim falschen Ton
zerbricht es.

Das Ende – ein Umschwung –
man muss gerettet werden wollen,
wieder mehr sprechen von sich
denn jedes noch so leise Ich
verweist auf mich,
auch wenn´s bloß stiller Schatten ist.