Süffiger Abgang IV: Zwischen die Zeilen

4 Zwischen die Zeilen

Weil sie in die Zeit geworfne Schatten sind
Einladung, zu lang zu weilen
im klammen Raum zwischen den Zeilen
such ich hier nichts als diesem matten

wahrheitsgetreuen Erinnern
es findet keine Worte
für fiktive Orte
die durchs Dunkel schimmern

Nie gehbare Gestalten haben
Von Innen an der Schale schaben
noch keine eigene Stimme tragen

So hör ich nur ein schüchtern
Ausgesprochnes Flüstern
Nach vergessenen Namen fragen

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Sternensterben

Diese ganzen schweren Texte
Über Staub zwischen den Sternen
Geist und Raum, den verwaisten Traum
Der Jugend, als mich diese Art
Mir zu schreiben noch verhexte
Magie in täglichen
Worten verborgen lag
Als mit dem Stern
Nicht gleich der Wunsch verstarb
Das leere Herz noch fern
Und unter Glück vergraben lag
Waren sie das letzte
Die das geheime Wissen um
Die Tränen in den Kissen barg
Und mir Mut zum weiterlesen gab.

Leibgedächtnis

In der ansonst entspannten Hand
verkrampft ein zitternd Stift zum Leid
wiegt in meiner Leere schwer wie Zeit
weigert jeden Strich über den Rand
wo verlorenes Paradiese dauert
sich Ewigkeit in Grenzen hält
einem immer noch was einfällt
hinter der koronaren Mauer
     doch die Worte sind schon schrumplig und blind
     von trockenverschwiegenen Tränen
     gestoßen und genutzt an jenen
     die mir zu groß geworden sind

Jetzt habe ich Abend mal genug
– und endlich endlich keine Zeit –
steht das Gedächtnis schon bereit
zählt die Fragen nach Lug und Trug
mir in die heut´ wieder scheue Hand
Dass wir mal gute Freunde waren
merkt man, wie alles, erst nach Jahren
Hab´s nicht vermisst als es verschwand