Scherbensammeln

Scherbensammeln
Flügelweiten mit dem Stift
schon immer mit zittriger Schrift
alles festgehalten
um es loszulassen
alles geliebt
um bloß nichts zu verpassen;

Denn wo ein Weg ist
sei Wille,
wo ein Herz schlägt
Poesie

nur zu leise war es nie
noch sammle ich Geräusche
für die nächste große Stille

 

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Düster – Regen

 

Niederschlag
gegen die Einsamkeit
schreiben wir an
bis wir sie auswendig kennen
sie perfekt intonieren
diese Traumlieder über Sehnsucht
die ja doch nur
an dunklen Tagen funktionieren,
wenn eh alles nach Regen schmeckt

trinken düster Bier
Gläser voller Zeit
auf paralleles Leben
auf Träume in Wasserfarben
die unsere Handschrift haben
auf Nähe im Weit
auf ein Dort im Hier
bis zum nächsten trüben Regen
unserem buntverschmierten Fleck

Düster – Schreiben

 

Bei einem düstren Bier
schreiben wir
gegen Einsamkeiten an –
Alles schmeckt nach Regen
nur das Reden haben wir
eingestellt
bis auf ein paar Flecke
schwerer Wörter.
Ob die Stille je gestört hat?
Und wie man sie hier nennt?

Eigentlich liebe ich
immer schon
am meisten die Narren,
den Hauch Zauberei
an vergeßlichen Tagen,
und die lose Malerei
in all diesen Sprachen,
die sonst keiner kennt.

Damals I

All die Worte hier im Kopf,

Die nichts mehr bedeuten.

Haben Sinn schon lang verloren.

Damals mit den Leuten,

Damals mit der ganzen Zeit

die uns doch einst versprach

ewig noch zu bleiben,

würd´ gern weinen; doch ich lach

ob all der Bilder hier im Kopf

Die mir als einziges geblieben

sind neben Liedern in den Ohren,

ging´ verloren wenn sie schwiegen.

Weniger denn je bin ich bereit

alles endlich loszulassen,

Um mich zu erinnern muss ich schreiben

doch mit jedem Wort kann ich euch schwerer fassen. …