Eine Geste im Raum

 Ein kalter Stuhl aus Schwere
inmitten dunklem Nichts
Darauf ein Hauch von leichtem Wahnsinn
ob all des zweifelhaften Lichts

 Ein Strudel fein aus Leere
unweit einer heißen Stirn
Unklar von welcher Seite
aus urheberlosem leichten Zwirn

 Ein verirrter Augenblick beginnt
von Echos und Visionen dann zu schweigen
Erfährt mit Fühlern das Genick
Will den Ausgang endlich weisen

 Finger einer unbekannten Hand
Schweifen ab von ihrer Suche
Schneiden Risse aufs Papier
rennen gegen jede fehlend Wand

 Sekunden voller Farben
Warten auf Gelegenheiten
Sehen Funken nicht im Brand
Verbünden sich zu bessren Zeiten

 Und ein endlich ungeladener Gast
In Verkleidung des spontanen Todes
Hebt die Gläser ohne Hast
Sammelt Worte voll des Lobes

 Eine seiner Gesten füllt den Raum
sammelt alle Augenblicke ein
Entwirrt den widerspenstigen Strudel
und flechtet einen letzten schönen Traum

Utopie

Unumstößlich malträtiert sie Weltenwandler

Tausend Nebelschleier trägt sie noch vor dem Gesicht

Ohne auch nur eine Spur konkreter Träume

Probehalber als Vergleich zerlebter Schäume

Ignoriert den wortlos Träumenden, zeigt sie sich ihm noch nicht

Erst wenn der Traum schon ausgelebt vom Wunschumwandler

Fliegend‘ Träume

Fliegend Träume

Wenn uns’re Träume fliegen lernten heute Nacht

Sich gegenseitig an den Händen nähmen

Sich die weiten glänzend Flügel spannten

Und sich erhebten in den Himmel gar bei Mitternacht

Wir ließen alles hinter uns, all die stummen Tränen

Flögen empor in den Himmel voller Möglichkeiten

In so hohe Höhen, die wir niemals zuvor kannten

Versuchten uns zu halten an der Hand des anderen ganz sachte

Streiften mit den Flügeln schimmernd‘ Sternenstaub

Kämen weiter noch als je ein Mensch zuvor

sich gar zu malen wagte in den kühnsten Träumen.

Träume, die mal uns’re waren vor der Zeit

Träume, die wir leben wollten halb und halb

Wir fallen nie wie all die Zweifler hart zurück auf Asphalt

Denn nie wieder wollen wir zweifeln an dem And’ren

Niemals wie gestern so naiv nur wünschen uns’re Träume

Also ließen wir zurück die Zweifel, Zweifler und Verbrauchten,

All die Utopien an die wir niemals wirklich glaubten

Und sehen dem Horizont in unser’m Traum ins Auge

Heut Nacht braucht’s nur dich und mich, und auch ein wenig Glaube