Düster – Regen

 

Niederschlag
gegen die Einsamkeit
schreiben wir an
bis wir sie auswendig kennen
sie perfekt intonieren
diese Traumlieder über Sehnsucht
die ja doch nur
an dunklen Tagen funktionieren,
wenn eh alles nach Regen schmeckt

trinken düster Bier
Gläser voller Zeit
auf paralleles Leben
auf Träume in Wasserfarben
die unsere Handschrift haben
auf Nähe im Weit
auf ein Dort im Hier
bis zum nächsten trüben Regen
unserem buntverschmierten Fleck

Düster – Schreiben

 

Bei einem düstren Bier
schreiben wir
gegen Einsamkeiten an –
Alles schmeckt nach Regen
nur das Reden haben wir
eingestellt
bis auf ein paar Flecke
schwerer Wörter.
Ob die Stille je gestört hat?
Und wie man sie hier nennt?

Eigentlich liebe ich
immer schon
am meisten die Narren,
den Hauch Zauberei
an vergeßlichen Tagen,
und die lose Malerei
in all diesen Sprachen,
die sonst keiner kennt.

Erinnerungslücken

Und heute prügelt der Regen
meine altbekannten Straßen und
Wege ab
längst vom Weinen schlapp
doch keinen Gedanken
an Erinnerung schon müde

diese Gespenster, die wir riefen
als wir lachten, lebten, schliefen
trag ich nur zu gern mit mir
herum
bleiben garstige Zeugen,
beinah stumm,
meiner Erinnerungslücken
Gläser rücken, stoßen, trinken
und sich niemals beugen
dem Alter,
der Liebe, Melancholie.

Und heute staubt das Leben
mir altbekannte Gesichter und
Geschichten ein.
Nein, man muss nun nicht mehr weinen
beim kleinen Gedanken
an große Liebe und die Momente
die im Nachhinein
nie falsch verliefen
    denn es hieß für immer weiterleben

Heut noch auf Sternenstund
und hinaus über die Ziele schießen
Leidenschaft und Geister pflegen
in alten Gesichtern
alte Geschichten
und neue Spuren lesen
Hände halten und dazu
wieder tanzen
im endlich reinigenden Regen

Wolkennacht

Die Welt voller Wolken

beschlagenes Glas

Lauter Regen im Fenster

Gedanken an Gras.

 

Kein Tropfen dringt ´rüber

Durch Stille und Stirn

Ein Glas voll Vergessen

Erinnerung ein Zwirn.

 

und hab ich nicht immer

nur gehofft es geht bergauf

Glauben verschwindet

an ein Leben zuhaus´?

 

War´s denn nicht so gut

War es nicht der gleiche Ort

Momente aus Zucker

Gilt es nicht mehr, unser Wort?

 

Die Welt ist aus Schweigen

aus Bildern falscher Zeit

und falls sie düster bleiben

wird der Weg zurück zu weit,

 

und all diese Zweifel

sind laut und egal

stetig vorhanden

so wie es immer schon war…

Bestandsaufnahme 23.01

Bestandsaufnahme 23.01

Wieder keinen Schlaf gefunden
Nacht verbracht
Mit Kramen in Gedanken
Frühst um viere wieder auferstanden
Kaffee soll das leere Herz
Beflügeln
und erneut zu Schlagen animieren
Ohne Schmerz sich für den kommend Tag erwärmen

Ein Blick hinaus, es regnet sacht durch Dunkelheit
Konzentrier´ mich auf den Augenblick
Höre dann ein kleines Stück Musik
Vergesse bald, wie früh, wie spät
Vergesse alle Zeit
Bin bald abgeneigt vom Hin
Vielmehr noch vom Zurück
Vom Glück, das fehlt im momentanen Hirn